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Bachelor - Arbeit

Schulische Leistung und akademisches Selbstkonzept von Jugendlichen mit chronischer Erkrankung

Leistungsmotiviert ist Verhalten nach McClelland, Atkinson, Clark & Lowell (1953; zitiert nach Rheinberg, 2006, S. 60) dann, „wenn [es] auf die Selbstbewertung eigener Tüchtigkeit zielt, und zwar in Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab, den es zu erreichen oder zu übertreffen gilt“. Diese Konzeption eignet sich besonders zur Untersuchung der Schulleistung, da in der Schule der Gütemaßstab durch die curricularen Anforderungen klar vorgegeben ist.

Mit dem Risiko-Wahl-Modell hat Atkinson (1957; zitiert nach Urhahne, 2008) ein Grundmodell der Leistungsmotivation entwickelt. Ursprünglich sollte das Modell erklären, wie Probanden Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit auswählen, in Abhängigkeit zu ihrer persönlichen Präferenz, entweder bevorzugt motiviert durch Hoffnung auf Erfolg oder Furcht vor Misserfolg zu handeln. In Tests nach dem Risiko-Wahl-Modell werden den Probanden Aufgaben gestellt, die sie selbst in der Schwierigkeit variieren können. Außerdem gibt es ein Feedback über den Erfolg bei der Bearbeitung einer Aufgabe. Untersucht wird, wie sich die Rückmeldung von Erfolg oder Misserfolg auf die Wahl der nächsten Aufgabenschwierigkeit auswirkt (Anspruchsniveau). Die Wahl eines mittelschweren Anspruchsniveaus kann die Tüchtigkeit einer Person am besten anzeigen. Während ein zu hohes oder ein sehr niedriges Anspruchsniveau wenig über die Leistungsfähigkeit der Probanden aussagt. In der Abbildung 3 wird die Rückmeldung als antizipierte Affektkonsequenzen dargestellt, da die positiven oder negativen Emotionen den Wert der Handlung beeinflussen. Wegen der postulierten multiplikativen Verknüpfung zwischen Erwartung und Wert tendiert die Motivation gegen null, wenn die Erfolgsaussicht gegen null geht, auch wenn der Erfolgswert sehr hoch eingeschätzt wird. Der Test kann einen Probanden als erfolgszuversichtlich oder misserfolgsängstlich (misserfolgsmotiviert) klassifizieren (Rheinberg, 2006).