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Bachelor - Arbeit

Schulische Leistung und akademisches Selbstkonzept von Jugendlichen mit chronischer Erkrankung

Die schulischen Leistungen und das akademische Selbstkonzept ist nicht gerade das Zentrum der Forschung zum Thema Jugendliche mit chronischer Erkrankung. Die meisten Publikationen beschäftigen sich, mit der Frage nach der Lebensqualität und den Möglichkeiten diese zu steigern. Andere beleuchten Belastungsfaktoren und Bewältigungsmöglichkeiten. Dabei stehen auch meist die Lebensqualität oder die gesundheitlichen Auswirkungen im Vordergrund. Ein reziproker Zusammenhang zwischen schulischen Leistungen und Lebensqualität und gesundheitlicher Stabilität erscheint jedoch durchaus plausibel. Schulische Belastungsfaktoren könnten, wenn sie gut bewältigt würden, auch als mögliche Ressourcen oder gar Schutzfaktoren wirken, da sie den Selbstwert und die Selbstwirksamkeit steigern könnten.

Dass die Schule eher als Belastungsfaktor gesehen wird, mag verschiedene Gründe haben. Zunächst wollen Eltern und Pädagogen evtl. durch Zurücknehmen des Leistungsanspruchs den kranken Schüler_Innen das Leben leichter machen. Darf man ein krankes Kind mit möglicherweise verkürzter Lebenserwartung auch noch durch schulische Ansprüche belasten? Andererseits haben sich die Lebenserwartung und die Überlebenswahrscheinlichkeit von Kindern und Jugendlichen mit chronischer Erkrankung in den letzten Jahrzehnten stark erhöht bzw. verlängert. Dadurch wird es auch wichtiger, eine Grundlage für das Berufsleben der chronisch Kranken zu bilden. Dies erscheint aus zwei Gründen bedeutsam. (a) Gering qualifizierte Beschäftigungen sind häufiger physisch anspruchsvoll. Chronisch Kranke hingegen mit größerer Wahrscheinlichkeit körperlich weniger belastbar. (b) Die Entwicklung des deutschen bzw. europäischen Gesundheitswesens lässt ahnen, dass eine adäquate Versorgung mit Therapien, Medikamenten und Hilfsmittel in Zukunft nur mit noch höherer finanzieller Selbstbeteiligung möglich sein wird. Mit höherer Bildung steigt auch die Chance auf ein höheres Einkommen für chronisch Erkrankte.

Es wird also wichtiger nicht nur die gesundheitlichen Ziele und die Lebensqualität chronisch kranker Kinder und Jugendlicher zu steigern, sondern sie auch dabei zu unterstützen ihr akademisches Potenzial voll auszuschöpfen, um ihnen ein autonomes Erwachsenenleben zu ermöglichen.